26-1.0802 Sonntags bei Anton im Februar Thema Die „Einbildungskraft“
| Beginn | So., 22.02.2026, 11:00 - 13:00 Uhr |
| Kursgebühr | 0,00 € |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursleitung |
Anton Schmitt
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Seit 5 Jahren in Viernheim erfolgreich. Jeden letzten Sonntag im Monat von 11:00 - 13:00 Uhr bei freiem Eintritt und kostenlosem "Kaffee und Kuchen" sich gemeinsam auf "Augenhöhe" miteinander auseinandersetzen! Die jeweiligen Themen werden zuvor gemeinsam abgesprochen. Grundsätzlich steht alles zur Debatte, was irgendwie "auf dem Herzen brennt". Und dann geht es zuerst einmal um das gegenseitige Verstehen. Das erfordert ein "offenes Ohr", was der Andere zu sagen hat - auch gerade, wenn es eine ganz andere Meinung ist als die eigene. Da gilt es, ihn so zu verstehen, wie er sich selbst versteht und dann erst "Contra" zu geben, andere Aspekte ins Spiel zu bringen - und alles, um sich letztendlich miteinander ins Einvernehmen zu setzen. Denn: Vernünftig ist, sich gegenseitig so zu verstehen, dass Einvernehmlichkeit möglich wird. Das ist echte Kommunikation. Der Moderator unterstützt diese Zielsetzung indem er jeden ausreden lässt und jeden ermuntert seine Sicht der Dinge in aller Öffentlichkeit zu formulieren. Einer echten Öffentlichkeit, die darin besteht, dass jeder die gleiche Mitsprachemöglichkeit hat und zwar nicht nur mit Anderen, mit denen er schon in familiären/sozialen oder beruflich/funktionalen Bezügen steht. An jedem Termin wird ein z.T. umfangreiches Thesenpapier des Moderators verteilt. Jeder ist willkommen!
Die „Einbildungskraft“ (imaginatio) gilt in der Philosophie oft als vermittelnde, sekundäre, bloß vermittelnde - oder gar. „verdächtige“ Fähigkeit: zu ungenau für Erkenntnis, zu frei für Wahrheit. Und doch ist sie unverzichtbar. Denn ohne Imagination gibt es weder Erinnerung noch Erwartung, weder Identität noch Sinnzusammenhang.
So untersuchen wir z.B. die These, daß Erinnerung niemals bloß wirklichkeitsgetreue Reproduktion der Vergangenheit ist, sondern immer auch schon einen Akt der Imagination/Phantasie enthält. – Ebenso, ob Phantasie bloß ein beliebiges Spiel ist, oder doch immer schon strukturiert durch Erfahrung, Sprache und kulturelle Bilder. - Einbildungskraft erscheint damit nicht als Randphänomen, sondern als Scharnier menschlichen Denkens und Erkennens. Gleichwohl stellen sich weitere Fragen wie: Wo verläuft die Grenze zwischen Imagination als Bedingung von Erkenntnis und als Quelle der Täuschung? - Inwiefern konstituiert die Einbildungskraft personaler Identität und Zeitbewusstsein? - Kann es Vernunft ohne Imagination geben – oder ist sie ihr verborgener Grund?
Ausgehend von klassischen Positionen (u. a. Antike, Neuzeit, Kritische Philosophie) und deren kritischer Revision in der Moderne erschließt sich Imagination als Spannungsfeld von Wahrheit und Fiktion, Erinnerung und Entwurf, Bindung und Überschreitung. Erstes Ziel unserer Bemühungen ist dabei nicht eine Gleichmacherei der verschiedenen Aspekte, sondern vorrangig ein phänomenaler (auch auf eigener Erfahrung beruhende) Aufweis der komplexen Sachverhalte, sowie deren begriffliche Schärfung in argumentativer Konfrontation.
Kursort
Satonévriplatz 168519 Viernheim


